Beschreibung: Es ist wie immer in Berlin, wenn es Ärger gibt und sich der mediale Fokus auf die Hauptstadt richtet: Es wird abgewiegelt, geblockt und zu guter Letzt sind natürlich auch immer die anderen, vorzugsweise die Medien, Schuld. Als am Donnerstag dieser Woche ein Brief aufgebrachter Lehrer der Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln im "Tagesspiegel" veröffentlicht wird, nimmt die staunende Republik gewahr, dass Teile des öffentlichen Raumes durch gewaltbereite Jugendliche besetzt sind. Lehrerinnen werden als "Huren" oder "Schlampen" beschimpft, ihre männlichen Kollegen gehen nur mit Handy in den Unterricht. Aus Angst vor Übergriffen. Im Berliner Stadtteil Neukölln sind Gewalt und Kriminalität schon seit Jahren an der Tagesordnung. Auch SPIEGEL TV berichtete darüber schon mehrfach. Doch erst jetzt scheint die Misere einer
gescheiterten Integrationspolitik wahrgenommen zu werden. Bürgermeister Wowereit (Spitzname Party-Wowi) beeilte sich auch gleich zuzusichern, dass "den einzelnen Schulen an den sozialen Brennpunkten jedwede nur mögliche Hilfestellung zu geben" sei. Und das war's? Etwas läuft ja schon, unten an der Basis. Donnerstagabend im Jugendclub "Naunynritze". Polizeioberkommissar Ralf-Aloys Bermel vom Abschnitt 53 beim Anti-Gewalt-Training. "Man muss immer wieder mit den Jugendlichen reden. Man muss ihnen auch eine Zukunft bieten." Aber wollen sie überhaupt eine Zukunft? Ist es ihr Land, in dem sie leben? Peter Hell und Hendrik Vöhringer berichten aus Neukölln.